• Christine Zwygart

Blaue Ostern



Ostereier färben – das war in unserer Kindheit ein innig geliebtes Ritual, das wir mit unserer Grossmutter teilten. Zuerst im Garten nach hübschen Blumen und formschönen Gräsern suchen, die Eier dann mit Nylonstrümpfen einbinden und in einem Sud aus Zwiebelschalen kochen. Niemand weit und breit machte schönere Ostereier als wir!


In meinen 20er- und 30er-Jahren kam mir die Tradition irgendwie abhanden. Erst später habe ich sie gemeinsam mit meiner Mutter wieder aufgenommen. Sie war sehr viel geschickter als ich, büschelte die Blümchen sanft in die richtige Lage und half mit einer Nadel nach, wenn sich eine Blüte etwas gar garstig unter dem Strumpf verselbständigte.


Mir gefallen natürliche Farben. Und ich möchte Ihnen verraten, wie ich zu diesen wundervollen Blautönen gekommen bin.


Zutaten

- 1,5 kg Rotkabis

- 1 EL Weissweinessig

- Eier (so viele Sie mögen)

Zubereitung Sud

Den Kabis in kleine Stücke schneiden und in eine grosse Pfanne geben.

1,5 Liter Wasser dazugiessen und alles etwa eine halbe Stunde köcheln lassen.

Die ganze Masse durch ein feines Sieb abschütten, und den Sud in einer Schüssel auffangen.

1 EL Weissweinessig in die Flüssigkeit geben und rühren; so wird die Farbe noch intensiver.

Den Sud abkühlen lassen.

Und den Kabis unbedingt behalten – daraus können Sie einen wundervollen Salat machen oder ihn würzen und gleich warm essen.


Eier färben

Die Eier wie gewohnt hart kochen, je nach Belieben 8 bis 10 Minuten.

Wer mag, verziert die Schalen mit Blumen oder Gräser und bindet sie in Nylonstrümpfe ein.

Dann die Eier in den ausgekühlten Sud geben, sodass sie ganz eintauchen (zum Beispiel in einer kleinen Schale oder einem Joghurtbecher).

Je länger das Bad dauert, desto dunkler wird das Blau. 1 Stunde sollten Sie die Eier mindestens im Sud ziehen lassen. Ab besten experimentieren Sie einfach und wenden die Eier ab und zu mit einem Esslöffel. So entstehen wundervolle Muster aus verschiedenen Blautönen – vor allem, wenn Sie die Eier nicht mit Blumen schmücken. Wenn Sie eine ganz intensive Farbe möchten, stellen Sie das Ganze über Nacht in den Kühlschrank.


Die Eier bekommen einen schönen Glanz, wenn man sie am Schluss mit ein wenig Öl einreibt. Meine Grossmutter nahm dazu jeweils eine Speckschwarte.


Andere Farbtöne

Selbstverständlich funktioniert das Rezept auch mit anderen natürlichen Färbemitteln wie Randen (rot), Heidelbeeren (blau), Kurkuma (gelb), Aronia (violett) oder natürlich die allerseits beliebten Zwiebelschalen (braun).


Ich wünsche Ihnen schöne Ostertage, viel Spass beim Eiertütschen – u ä Guätä!


PS: Die Deko-Hühner aus Stoff habe ich einst für das Magazin «Schweizer LandLiebe» genäht. Die Anleitung dazu finden Sie hier.




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